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Von Dreck aus Europa und einem kaputten Arm

Anfangs Oktober war ich wieder an der Elfenbeinküste, genau zu der Zeit, als der Abfallskandal in den europäischen Medien publik gemacht wurde. Es ist eine Riesenschande, wie gewissenlose europäische Unternehmer Dreck und Abfall im schwarzen Kontinent deponiert hatten. Viele Menschen starben. Manche Strassen und Plätze sind noch voller Güsel. Es stinkt fürchterlich. Weisse kleine Storchenvögel, Kühe und Kleinkinder suchen nach etwas Essbarem, die Männer nach etwas Verwertbarem. Es wird noch Wochen dauern bis aller Abfall abtransportiert worden ist.

Im Spital Dabou läuft die Arbeit sehr gut, doch nimmt die Armut im Land stark zu. Die Bevölkerung hat kaum genug Geld für Nahrungsmittel. Operationen und Medikamente sind nicht zu finanzieren und so wird nur konservativ und mit unbekannten Heilmitteln therapiert.

Ein Beispiel: Der 13 jährige Soulemane wurde vor 1 Jahr von einem Auto angefahren und verletzt. Er brach sich den linken Oberarm, den linken Unterschenkel und das rechte Schlüsselbein. Die Eltern hatten kein Geld um die Spitalbehandlung zu finanzieren. Der Knabe lebte mit einem verkrüppelten Arm.
Dank der Unterstützung der Ruedi Leuppi Stiftung hatten wir in einer 3 stündigen Operation den Arm in die richtige Stellung gebracht und ostheosynthetisiert, sodass der Knabe den Arm wieder richtig bewegen und gebrauchen kann.
Ein Einzelbeispiel, doch jeden Tag kommen Kinder und Erwachsene mit Krankheiten und Unfällen ins Spital. Sie müssen alle abgewiesen werden, wenn sie kein Geld für die Behandlung aufbringen können.
Hilfe von aussen ist dringend notwendig. Wir sind stolz und dankbar, dass wir in vielen Fällen mit Stiftungsgeldern einigen armen Mitmenschen helfen können. Ich danke allen Spendern, dass sie mich als Arzt und unser Spital Dabou tatkräftig unterstützen. Jede Spende ist willkommen.

Unbehandelter Oberarm-Bruch nach Autounfall machte aus dem 13 jährigen Soulemane einen Invaliden. Die Leuppistiftung konnte mit einer Operation helfen.
Das Roentgenbild zeigt das ganze Elend...



30.10.2006 taz Wirtschaft und Umwelt 154 Zeilen, HAKEEM JIMO S. 8
Nachts steigen immer noch die Gase hoch
Zwei Monate nachdem europäischer Giftmüll illegal auf Müllhalden in der Elfenbeinküste verteilt wurde, werden die ersten 3.000 Tonnen des Sonderabfalls zurücktransportiert. Die Anwohner können nicht glauben, dass es vorbei sein soll.

Die beiden ivorischen Arbeiter werden hitzig. Die Holländer wollen die Gasmasken nicht herausrücken und geben erst angesichts der drohenden Eskalation nach. Nach einem weiteren Tag Arbeit stinkt ihnen die Müllkippe von Akouedo. Sie wollen endlich in ihr klimatisiertes Hotel im Geschäftszentrum Plateau in Abidjan, der größten Stadt der Elfenbeinküste. Der 54-jährige Zako Gaga und der 28-jährige Charlemain Coulibaly bleiben auf der Müllhalde. Sie arbeiten hier als Nachtwächter.
Der Skandal um europäischen Giftmüll hat ihnen die Abkommandierung in diesen Vorort Abidjans beschert. Vor zwei Monaten hatte ein Schiff, das von dem internationalen Konzern Trafigura gechartert war, 528 Tonnen hochgiftiger flüssiger Substanzen nach Elfenbeinküste gebracht. Der Müll wurde auf verschiedene Halden in der Millionenstadt verteilt. "Wir wurden nicht gefragt. Unsere Firma hat uns einfach hergeschickt und uns selbst überlassen", sagt Zako Gaga. Nachts, wenn der Wind einschläft, erzählen sie, steigen "diese Gase hoch". Die Nacht verbringen sie unweit der Behälter, in denen der Giftmüll verstaut wurde. Riesensäcke, blecherne Tonnen und Minicontainer, die als Spezialbehälter gelten. Fassungsvermögen 800 Liter, Eigenmasse 210 Kilogramm. Ein Metallschild weist sie als Eigentum der Firma Edelhoff Polytechnik Gmbh & Co. aus Iserlohn aus.
Der Vorort Akoudeo hat der Deponie ihren Namen gegeben. Hier wohnen mehrere tausend Menschen, ein Teil von ihnen lebt von dem Müll, von dem sie nur die einzige asphaltierte Straße des Ortes trennt. Sie durchstreifen die Halde nach Wiederverwertbarem: Aluminium, Schaumstoffe, Glas. Seit die Machenschaften aufgeflogen sind, dürfen die Überlebensrecycler nicht mehr auf die Halde. Sie ist gesperrt, bis die Giftmüllentsorgung abgeschlossen ist. Das könnte immerhin bald sein. Am Freitag verließ der französische Frachter "MN Toucan" den Hafen von Abidjan, an Bord rund 3.000 Tonnen Giftmüll. Drei oder vier weitere Transporte sollen ihm folgen. Insgesamt hat das französische Unternehmen Tredi, das von der ivorischen Regierung mit der Bergung und dem Abtransport beauftragt worden ist, rund 6.000 Tonnen hochgiftigen Abfall zusammengetragen. "15 der 17 Mülldeponien sind bereits rehabilitiert", sagt Tredi-Mitarbeiter Henri Petitgand.
Der Schreck der Deponien-Anwohner sitzt noch tief. Am 19. August begann die Firma Tommy, den Giftmüll auf Halden in und um Abidjan auszukippen. Die ersten Beschwerden kamen nach zwei Wochen. In Akuedo dauerte es ein paar Tage länger, weil es kräftig regnete. "Die Kinder wachten auf und sagten, sie können nicht mehr atmen", berichtet die Lehrerin Perpetue Koffi. "Es war drei Uhr morgens. Wir konnten nirgends hingehen. Meine Augen brannten, mein Bauch war aufgebläht, und ich hatte das Gefühl, dass ich mich übergeben muss." Wie Koffi mussten rund 40.000 Menschen in den Krankenhäusern behandelt werden, 10 starben. Hoffnungen auf eine Entschädigung macht sich niemand. "Wir sind ja wieder einigermaßen gesund."
Andere Abidjaner wollen sich nicht so leicht zufrieden geben. Einem BBC-Bericht zufolge vertritt ein holländischer Rechtsanwalt 1.000 Geschädigte. Er fordert von Trafigura eine 12,5 Millionen US-Dollar Vorauszahlung für eine außergerichtliche Einigung.
Die ivorische Regierung plant ebenfalls eine Schadenersatzforderung von umgerechnet rund 760 Millionen Euro. Aber wer genau verantwortlich ist, muss noch geklärt werden. Trafigura hatte die ivorische Firma Tommy damit beauftragt, den Giftmüll in der Elfenbeinküste zu entsorgen. Man habe sich darauf verlassen, dass alles mit rechten Dingen zugehe, heißt es. "Sie hätten wissen müssen, dass die Côte d'Ivoire nicht in der Lage ist, diese Gefahrenstoffe zu verwerten", sagt der holländische Anwalt. "Und sie hätten die Gefahren für Mensch und Natur kennen müssen." Bislang sitzen zehn Verdächtige, darunter zwei Manager von Trafigura, in ivorischer Untersuchungshaft.
In Akouedo glauben viele noch nicht, dass die Gefahr gebannt ist. "Heute flog wieder eine Wolke dieser unbeschreiblichen Geruchs vorüber", sagt Akuedo-Anwohnerin Koffi. "Ich frage mich, ob nicht wieder neuer Giftmüll abgeladen wurde." Auch der jüngere der beiden Wächter kennt Stellen, an denen immer noch derselbe Geruch aufsteigt. Bis zu einem halben Meter Boden musste die Entsorgungsfirma Tredi abtragen, weil die giftigen Substanzen versickert waren. "Die Gefahr einer Vergiftung ist gebannt", sagt Henri Petitgand von Tredi jetzt, "auch wenn es hier und da noch riechen sollte."
30.10.2006 taz Wirtschaft und Umwelt 154 Zeilen, HAKEEM JIMO S. 8

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